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6. Okt.

Regelkunde: Punkte pro Tipp

Wie viele Punkte bringt ein Tipp? Eine Frage, die in jeder Tipprunde schneller beantwortet ist, als mancher Elfmeter geschossen wird – dachten wir zumindest. Bei uns hat die Antwort eine kleine Geschichte: erst so einfach wie ein Bierdeckel, dann mit einer Feinheit, über die man ganze Stammtischabende streiten kann. Drei, zwei oder eins: was richtig ist, zeigt euch gleich das Licht.

Klarheit am Anfang

In den ersten beiden Runden (Hin- und Rückrunde 2002/03) galt die Regel, die jeder vom guten alten Toto kennt:

  • Exaktes Ergebnis: 3 Punkte
  • Richtige Tendenz (Heimsieg, Unentschieden oder Auswärtssieg): 1 Punkt
  • Alles andere: nichts

Fertig. Keine Tabelle zum Nachschlagen, keine Diskussion, kein Taschenrechner. Wer 2:1 tippte und das Spiel ging 3:0 aus, bekam einen Punkt für den richtigen Sieger – egal, ob knapp daneben oder meilenweit. Ein 2:0 auf ein 3:1 war genau so viel wert wie ein 1:0 auf ein 7:0. Ehrlicher Fußball, ehrliche Punkte.

Die Aufwertung der Tordifferenz

Ab der dritten Runde (Hinrunde 2003/04) fand Wolfgang, dass zwischen "genau richtig" und "irgendwie richtig" eine Stufe fehlt. Wer die Tordifferenz trifft, hat schließlich mehr verstanden als nur, wer gewinnt. Also kam der zweite Punkt dazu:

  • Exaktes Ergebnis: 3 Punkte
  • Richtige Tordifferenz: 2 Punkte
  • Richtige Tendenz: 1 Punkt

Ein 2:0 auf ein 3:1? Zwei Punkte, beide Male zwei Tore Unterschied. Und – das ist die Schönheit einer reinen Differenzregel – auch ein 5:3 auf ein 2:0 bringt zwei Punkte. Die Torflut war daneben, das Kräfteverhältnis hat gestimmt.

Die Extrawurst für das Unentschieden

Jetzt hat jedes Unentschieden dieselbe Tordifferenz: null. Nach reiner Lehre hätte also jeder getippte Remis-Tipp auf jedes Remis-Ergebnis zwei Punkte gebracht – ein 0:0 auf ein 4:4 inklusive. Das war Wolfgang zu billig. Also bekam das Unentschieden seine eigene Regel:

Ein getipptes Unentschieden bringt nur dann 2 Punkte, wenn es pro Mannschaft höchstens ein Tor danebenliegt.

Beim Ergebnis 1:1 heißt das:

  • 1:1 – 3 Punkte, exakt
  • 0:0 oder 2:2 – 2 Punkte, dicht dran
  • 3:3 – nur noch 1 Punkt, richtige Tendenz, mehr nicht

Das Unentschieden wird also nicht nach der Differenz bewertet, sondern danach, wie nah man dran war. Man könnte sagen: Beim Sieg zählt das Verhältnis, beim Remis die Nähe. Oder kürzer: Ein 5:3 auf ein 2:0 ist bei uns mehr wert als ein 3:3 auf ein 1:1. Wer das ungerecht findet, darf sich gern beim Chef-Trainer beschweren – die Regel hielt trotzdem viele Jahre.

Und das ist erst der Anfang

Die Punkte pro Tipp sind nur die Grundlage. Ein Joker verdoppelt sie, beim Spiel mit der niedrigsten Punktsumme einer Runde werden sie ebenfalls verdoppelt, und je nach Turnier kamen weitere Sonderregeln dazu, die aus einem einzelnen Tipp deutlich mehr herausholen konnten. Aber das ist Stoff für die nächste Folge der Regelkunde.